Einladung zur Pro_feministischen Akademie 2019

7. bis 12. Juni 2019 in der Nähe von Erfurt

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Worum gehts?
Es geht um Feminismus, um Patriarchat und um geschlechtliche Gewordenheit. Die profem_inistische Akademie ist keine Akademie im Sinne einer Hochschule. Obwohl Teile ihrer Inhalte eher theoretisch sind, bietet sie einen Raum dafür, uns mit unseren biografischen Hintergründen und persönlicher Einbindung in patriarchale Strukturen auseinanderzusetzen. Wir wollen feministische Theorien und die Reflexion über persönliche Verstrickungen und Haltungen im Patriarchat miteinander in Verbindung bringen und uns dadurch bewusster darüber werden, was unsere Möglichkeiten sind, feministische Kämpfe zu kämpfen oder sie als Verbündete zu unterstützen.

Von Profeminismus ist häufig da die Rede, wo sich Personen – oft cis- und endogeschlechtliche Männer – nicht das Wort „Feminismus“ aneignen wollen, weil sie zum Beispiel aus ihrer Position heraus eine bestimmte Form patriarchaler Gewalt nicht erfahren oder weil sie bestimmte feministische Kämpfe nicht kämpfen. Wir als zum Teil cis-endo-männliche Vorbereitungsgruppe der Akademie knüpfen an diesen Gedanken an. Die Akademie soll beides stärken: Feminismus und Profeminismus. Wie die zweigeschlechtliche Ordnung ist aber auch diese Unterteilung brüchig, deshalb wandert ein dynamischer Unterstrich durch das „profemin_istisch“.
Als cisgeschlechtlich werden Menschen bezeichnet bei denen die eigene Geschlechtsidentität mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Cis bedeutet nicht-trans*. Als endogeschlechtlich werden Menschen bezeichnet, die nicht inter*sex/ -geschlechtlich sind, die also nie mit der medizinischen Norm konfrontiert wurden (z.B. in Form von Genitalverstümmelung), ihr Körper sei keinem binären Geschlecht zuzuordnen.

Wer ist eingeladen?
Alle, die sich für die Themen interessieren und einen emanzipatorischen Anspruch haben. Fünf ähnliche Akademien haben seit September 2015 bereits stattgefunden. Es ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme an der sechsten Akademie, an einer der vorherigen teilgenommen zu haben.
Anmerkung:
Sowohl in den bisherigen Orga-Gruppen als auch bei den Akademien selbst waren viele Cis-endo-Männer. Ein inhaltlicher Schwerpunkt war und ist Männlichkeit, auch wenn es eine Verschiebung hin zu mehr Inhalten gab, die andere Geschlechtlichkeiten/Geschlechtsidentitäten sowohl mehr betreffen als auch mehr thematisieren. Einerseits soll die Akademie einen Raum für Frauen, Lesben, Trans*- und Inter*personen bieten, in dem sie sich gut mit eigenen (Lern-) Schwerpunkten mit den Inhalten auseinandersetzen können. So gibt es auch die Möglichkeit, Bezugsgruppen ohne Cis-endo-Männer zu bilden. (Mehr zu den Bezugsgruppen im Folgeabsatz.) Andererseits ist die Akademie ein Raum, in dem sich auch Cis-endo-Männer mit starkem Selbstbezug mit Feminismus und Patriarchat auseinandersetzen. Was von FLTI*-Personen oft mit guten Gründen als spannungsreich und/oder ermüdend erlebt wird. In diesem Widerspruch bewegt sich die Akademie seit ihrer Entstehung.

Konzept/Tagesablauf
Die Akademie ist kein Workshop und beinhaltet keine Workshops. Womit sich die Teilnehmenden auseinandersetzen, bestimmen sie maßgeblich selbst. Zu Beginn der Akademie bilden wir kleine Bezugsgruppen von drei bis fünf Personen. Dabei werden Sprachkenntnisse, Bedürfnisse nach geschlechterspezifisch zusammengesetzten Gruppen und weitere Bedürfnisse berücksichtigt. In den Bezugsgruppen verbringen die Teilnehmenden einen großen Teil des Tages, es gibt aber auch Zeiträume, in denen wir als Gesamtgruppe zusammenkommen, und Zeit, um sich zurückzuziehen.

Methodischer Kernbestandteil der Akademien sind die Puzzleteile. Dies sind eine Reihe vorbereiteter Texte und Methodenvorschläge, von denen jede Kleingruppe im Verlauf der Tage mehrere auswählen und bearbeiten kann.

Inhalte
Wie in der Vergangenheit wird es unter anderem Puzzleteile zu folgenden Themen geben: Sexualität, Rape Culture, Oberkörperfrei, Männergruppen, Trans*-Verbündetenschaft, Maskulinität und Emotionen, Vier-in-einem-Perspektive, Feminismus und Commons, Männlichkeit und Gesundheit.
In der Entstehung begriffen sind weitere Puzzleteile zu: Reproduktionsarbeit, Beziehungsarbeit & emotionale Arbeit, Elternschaft, Homofeindlichkeit und männlicher Abspaltung von Weiblichkeit, Geschlecht, Alkohol- & Drogenkonsum, Umgang mit Gewalt.

Einen Einblick in die Inhalte vergangener Akademien findet ihr hier: Material

Zeit und Ort
Die Akademie findet dieses Mal in der Nähe von Erfurt statt. Sie beginnt am 7. Juni 2019 (Freitag). Um 18 Uhr solltet ihr angereist sein, um 19 Uhr starten wir mit dem Programm.
Die Akademie endet am 12. Juni (Mittwoch) um 13 Uhr bzw. inklusive Aufräumen und Reinigung gegen 15 Uhr – wir freuen uns, wenn einige Teilnehmenden dafür etwas länger bleiben.

Barrierefreiheit, Katzen, Hunde
Leider ist der Ort der Veranstaltung nicht barrierefrei. Auf dem Gelände gibt es eine Katze, für Menschen mit starker Katzenallergie können wir die Veranstaltung also leider nicht empfehlen. Wenn ihr (nur) eine leichte Katzenallergie habt, schreibt uns gern an, es gibt z.B. Schlafplätze, wo keine Katze hinkommt. Hunde sind auf dem Gelände nicht erwünscht.

Kosten
Wir beantragen Fördermittel, können aber noch nicht sagen, wie hoch die Kosten dieses Mal sein werden. Sehr grob geschätzt rechnen wir mit rund 100 Euro pro Teilnehmer*in (Fahrtkosten, Übernachtung, Essen). Unabhängig von der Höhe der Gesamtkosten wird es ein solidarisches Prinzip geben, sodass jede_r teilnehmen kann, auch wenn die eigenen finanziellen Mittel begrenzter sind.

Förderung
Wir freuen uns, dass die diesjährige Profemi_nistische Akademie durch
die „Hannchen-Mehrzweck-Stiftung – schwul-lesbische Stiftung für queere Bewegungen“ (hms-stiftung.de) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung (rosalux.de) gefördert wird.

Anmelden
… könnt ihr euch per Mail an profemak(at)riseup.net*. Der Zeitraum für Anmeldungen endet am 27. Mai 2019. Meldet euch aber bitte so früh wie möglich an, damit wir besser kalkulieren und rechtzeitig noch breiter einladen können. Die Teilnehmer_innenanzahl ist auf 35 Personen begrenzt. Wegen unseres Konzepts (unter anderem Kleingruppenarbeit und Großgruppenatmosphäre) ist nur eine Teilnahme über die gesamte Dauer (7. bis 12. Juni) möglich.

Bitte teile uns bei der Anmeldung mit:
1. ob und mit wie vielen Kindern du anreist, für die du dir Betreuung wünschst
2. ob du Kinder betreuen möchtest. Das kann durchaus bedeuten, dass du nur eingeschränkt an der Kleingruppenarbeit teilnehmen kannst.
3. woher du anreist, wenn eine gemeinsame Anfahrt gewünscht ist – wir vermitteln dich dann mit anderen Teilnehmenden aus deiner Gegend
4. ob du relevante Allergien (z.B. eine Katzenallergie) und/oder Lebensmittelunverträglichkeiten hast (das Essen ist vegan)
5. ob du im Haus schlafen willst oder ein Zelt mitbringst
6. ob du ein cis -und endogeschlechticher Mann bist – wir erfragen dies, um festzustellen, wie viele cis- und endogeschlechtliche Männer im Verhältnis zu FLTI*-Personen da sein werden und diese Verteilung auf Anfrage nennen zu können (Definition oben)
7. ob es für dich okay ist, deine Emailadresse weiterzugeben für die gemeinsame Anreise
8. und was du sonst noch brauchst, um dich wohl zu fühlen.

Fragen?
Schreibt uns an: profemak(at)riseup.net*


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